Coburger Informationszentrum für Erbrecht

 
 

Verkehrsunfall im Ausland

Hier einige Tipps, falls Sie im Ausland einen Verkehrsunfall erleiden sollten:

Sie sollten zumindest den Versuch machen, eine polizeiliche Aufnahme des Unfalles zu erreichen, damit etwas protokolliert ist. Ohne polizeiliche Unfallaufnahme kommen Sie häufig nicht weiter.

Hilfreich kann es auch sein, selbst mit Kreide, Maßband und Fotoapparat den Unfall zu dokumentieren.

Lassen Sie sich vom Fahrer des gegnerischen Fahrzeuges dessen Namen und Adresse geben, lassen Sie sich auch Name und Adresse des Halters des gegnerischen Fahrzeuges aufschreiben.

Führen Sie möglichst einen der handelsüblichen Unfallaufnahmebögen mit und lassen Sie diesen vom Unfallgegner unterschreiben.

Lassen Sie sich vom Unfallgegner unter allen Umständen die Versicherungsgesellschaft und sie Versicherungsnummer geben, eine Ermittlung der Versicherungsgesellschaft nur aufgrund des gegnerischen Kennzeichens ist in vielen Ländern nicht möglich.

Noch besser ist es, wenn Sie sich vom Gegner dessen Grüne Versicherungskarte zeigen lassen oder diese sogar behalten dürfen.

Hatten Sie Zeugen beim Unfall, lassen Sie sich von diesen möglichst ebenfalls einen schriftlichen und unterschriebenen Unfallbericht geben. In einigen Ländern werden die Fahrzeuginsassen selbst jedoch nicht als Zeugen anerkannt.

In vielen Ländern, z. B. in Spanien, Portugal und Griechenland, werden die Reparaturkosten nur nach nationalen Preisverhältnissen ersetzt. Wer hier nicht draufzahlen möchte, sollte daher die Reparatur vor Ort durchführen lassen.

In anderen Ländern, v. a. in Skandinavien und in Osteuropa, wird voller Schadensersatz nur gewährt, wenn das Gutachten eines einheimischen Versicherers vorliegt. Wenden Sie sich daher noch vor Ort an das Versicherungsunternehmen des Unfallbeteiligten.

Ein Hoffnungsschimmer: Mit der Umsetzung der 4. und 5. Kraftfahrt-Haftpflicht-Richtlinie in den nächsten Jahren soll der europäische Schadensersatz harmonisiert werden: der Unfallgeschädigte kann sich dann in seinem Heimatland an einen Repräsentanten der gegnerischen Versicherung wenden, die Regulierungsfrist wird auf drei Monate begrenzt, ferner werden eine Auskunfts- und eine Entschädigungsstelle eingerichtet.

Gute Fahrt und Schönen Urlaub!

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