Coburger Informationszentrum für Erbrecht

 
 

Unfall - Ihr Recht

Anspruchsgegner ist bezüglich materieller Schäden, also Vermögensschäden der Fahrzeugführer, der Fahrzeughalter und der Haftpflichtversicherer für das Fahrzeug.

Anspruchsgegner bezüglich immaterieller Schäden, also für die Geltendmachung von Schmerzensgeld ist der Fahrer, der Fahrzeughalter also nur, wenn er selbst gefahren ist.

Grundsätzlich können folgende Schadenspositionen geltend gemacht werden:

Der Schaden am Fahrzeug selbst. Das heißt vor allem die Reparaturkosten. Diese sind unabhängig davon zu erstatten, ob eine Reparatur tatsächlich durchgeführt wird oder nicht, wenn sie niedriger sind als der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes des Fahrzeuges. Wird eine Reparatur durchgeführt, sind die Kosten bis zu 130 % des wiederbeschaffungswertes erstattungsfähig. Bei darüber liegenden Kosten liegt ein wirtschaftlicher Totalschaden vor, bei dem nur der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes vom Gegner zu erstatten ist.

Die Wertminderung, aber grundsätzlich nur bei Fahrzeugen, die nicht älter als vier Jahre sind und noch keine 100.000 km gefahren sind. Der genaue Wert ergibt sich hier aus einer Tabelle.

Die Sachverständigenkosten. Das heißt die Kosten, die für ein Gutachten über die Unfallschäden anfallen. Es darf aber nicht für jeden Bagatellschaden gleich ein Gutachten angefordert werden, die Rechtsprechung sieht diese Grenze bei 1.000,- DM, die Versicherer nehmen einen Bagatellschaden häufig bei Reparaturkosten bis zu 2.000,- oder 2.500,- DM an.

Die Mietwagenkosten. Für die Dauer der Reparatur oder der Wiederbeschaffung hat der Geschädigte Anspruch auf Mietwagenkosten. Erforderlich ist hier aber meistens ein Preisvergleich, da der Gegner nicht die Kosten der teuersten Firma übernehmen muss, vielmehr ist der Geschädigte zur sogenannten Schadensminderung verpflichtet. Hierzu gehört auch, dass ein dem verunfallten Fahrzeug gleichwertiger Wagen angemietet wird. Die Mietwagenkosten sind erst zu erstatten, wenn tatsächlich repariert oder ein neues Fahrzeug angeschafft wurde, da erst dann der Nutzungswille erkennbar ist. Mietet der Geschädigte keinen Mietwagen an, hat er Anspruch auf

Die Nutzungsausfallentschädigung. Auch hier ist ein entsprechender Nutzungswille und eine Nutzungsmöglichkeit erforderlich. Die Höhe des geltend zu machenden Nutzungsausfallschadens ist der von Sanden / Danner begründeten Tabelle zu entnehmen. Für Neufahrzeuge ergeben sich hier Beträge zwischen 50,- und 190,- DM pro Tag. Für ältere Fahrzeuge erfolgt eine Herabstufung um ein oder zwei Gruppen.

Sonstige Kosten. Hier sind Kosten des Abschleppens, der Polizei und der Feuerwehr, sowie Kosten des Abmeldens des verunfallten und Anmeldung eines neuen Fahrzeuges geltend zu machen. Wenn zum Nachweis dieser Kosten keine Belege vorgelegt werden können, kann nur eine Pauschale von 50,- DM geltend gemacht werden, diese umfasst auch die angefallenen Telefon- und Portokosten.

Der Verdienstausfallschaden. Dieser ist zu ersetzen, wenn man aufgrund des Unfalles nicht oder weniger gearbeitet und infolgedessen nichts oder weniger verdient hat. Auch hier ist konkreter Vortrag erforderlich. Außerdem greift dieser Anspruch erst, sobald man diesbezüglich nicht mehr durch seinen Arbeitgeber abgesichert ist.

Das Schmerzensgeld. Hier sind Art und Schwere der Verletzung entscheidend, ferner die Dauer der Arbeitsunfähigkeit oder sonstigen Beeinträchtigung durch die Verletzung und ihre Folgen, sowie eventuell bleibende Schädigungen. Die Höhe des Schmerzensgeldes ergibt sich aus einer Liste, die Entscheidungen der deutschen Gerichte aufführt, in denen Schmerzensgelder zugesprochen wurden. Bei geringen Verletzungen und Verletzungsfolgen kann ein Schmerzensgeldanspruch ganz entfallen, wenn diese als Bagatellsache angesehen werden.

Die Rechtsanwaltskosten. Der Rechtsanwalt ermittelt seine Gebühr aus der Summe der geltendgemachten Schadenspositionen. Zunächst schuldet daher derjenige diese Kosten, der den Anwalt beauftragt hat, sie werden aber nach Abschluss der Schadensabwicklung mit dem Gegner diesem in Rechnung gestellt.

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